Kritisch bedrohte Gelbschwanz-Wollaffen unter Schutz stellen
Im Fokus:
Gelbschwanz-Wollaffe
Wissenschaftlicher Name:
Lagothrix (oreonax) flavicauda
Wissenschaftliche Einordnung:
Säuger, Primaten, Atelidae
IUCN-Status:
EDGE-Status:
CR (kritisch bedroht)
Score 3.7, Rang 94 / 585 EDGE-Säugern
Bedrohte Evolutionsgeschichte:
3 Millionen Jahre
Schutzpriorität nach EDGE-Rang / Ökosystem




Warum dies wichtig ist
Diese kritisch bedrohte Art, einer der 25 weltweit am stärksten gefährdeten Primaten und einer der grössten und am wenigsten bekannten Neuweltaffen, gehört zu den 100 wichtigsten EDGE-Säugetieren und ist das Ergebnis einer 3 Millionen Jahre langen unabhängigen Evolution. Die wenigen verbliebenen Populationen leben in einem globalen Hotspot der Artenvielfalt, der selbst erhalten werden muss. Diese gut konzipierte Initiative zielt darauf ab, den Gelbschwanz-Wollaffen zu schützen und gleichzeitig den Lebensunterhalt der lokalen Bauern zu sichern. Sie schützt einen der wenigen, wenn nicht sogar den einzigen Lebensraum, in dem die Zahl dieser stark gefährdeten Primatenart wieder zunimmt. Ausserdem nutzt sie Aufklärungsmassnahmen, um das Bewusstsein und das Engagement der Bevölkerung zu stärken, damit die Einheimischen von einem schützenden statt einem ausbeuterischen Ansatz profitieren können.
Das private Schutzgebiet Pampa del Burro, das der Campesino-Gemeinde von Yambrasbamba gehört, ist Teil eines Hotspots der Artenvielfalt und beherbergt viele endemische und bedrohte Arten, darunter den endemischen Gelbschwanz-Wollaffen.
Projekt-Kurzinfo
Populationstrend der Zielart
Abnehmend
Lokale Schutzbemühungen
Moderat
Verbreitung / Projektgebiet

Ökologische Rolle
Genaue Rolle unbekannt. Eines der grössten endemischen Säuger der montanen Nebelwälder von Peru, einem einzigartigen Ökosystem, das in das Amazonasbecken mündet. Verbreitet Baumsamen.
Gefährdungen
Habitatverlust und -Fragmentierung durch menschliche Landnahme, Landwirtschaft, Bergbau und Strassenbau; Jagd, Klimawandel. Das anhaltende Bevölkerungswachstum, die fortschreitende Entwicklung von Infrastrukturprojekten, die Rohstoffindustrie und die Jagd führten zu einem rund 90%igen Rückgang der Schirmart (lokal als „mono choro de cola amarilla” bezeichnet).
Förderung
Erste Vergabe:
$ 31,260 (2010-2024)
19. November 2010
Score 3.7, Rang 94 / 585 EDGE-Säugern
Programmverantwortung
NPC; Yambrasbamba; S. Diego Global; Boston Univ.
Programmkontakt
Dr. Sam Shanee, Projects Director, Neotropical Primate Conservation
Projektort
Südamerika, Peru
Yambrasbamba 01160, Peru


Lösungsansatz: Projektziele
Sicherstellung der In-situ-Erhaltung des Gelbschwanz-Wollaffen (Lagothrix flavicauda), einer der am stärksten bedrohten Arten der Welt. Ausserdem soll das Bewusstsein für ökologische und naturschutzfachliche Fragen auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene geschärft und der wissenschaftliche Kenntnisstand über die Zielart aktualisiert werden.
In allen ihren Projekten nutzt NPC (Neotropical Primate Conservation) Affen als Leitarten, um Naturschutzbemühungen voranzutreiben, doch unsere Arbeit kommt nicht nur Primaten zugute. Damit diese in freier Wildbahn überleben können, benötigen sie ein funktionierendes Ökosystem. Unsere Bemühungen gelten daher auch auch dem Schutz aller anderen sympatrischen Pflanzen- und Tierarten sowie ihrer Lebensräume und anderer Ressourcen, auf die sie angewiesen sind, gelten. Dies erreichen wir direkt durch Landschutz, Wiederaufforstung und wissenschaftliche Forschung zu Flora und Fauna. Ausserdem arbeiten wir intensiv mit lokalen Gemeinden in den Bereichen Umweltbildung, soziale Entwicklung und Kapazitätsaufbau für das Management natürlicher Ressourcen zusammen.
Finanzierung von Parkwächtern/Naturschutzbeauftragten zum Schutz des privaten Naturschutzgebiets Pampa del Burro und der Feldstation El Toro. Alle Teilnehmer stammen aus Gemeinden in der Umgebung dieser Gebiete.
Schulung der Parkwächter in Datenerfassung und Kartierung, um während der Patrouillen Wildtiere zu überwachen und Gefahren für die Unversehrtheit der beiden Gebiete zu erkennen. Dazu gehört der Umgang mit Dateneingabebögen, GPS, Kameras und anderen Feldgeräten durch praktische Übungen und theoretischen Unterricht.
Reduzierung der Jagd und nicht nachhaltiger Landnutzungsänderungen durch Aufklärung, Einbindung der Bevölkerung und Durchsetzung von Vorschriften.
Weiterführung des Aufbaus einer permanenten Feldstation, um Arbeitsplätze im Naturschutz und Tourismus in der Gemeinde zu schaffen und peruanischen und internationalen Studenten und Forschern Studienmöglichkeiten zu bieten.
Nutzung der in diesem Gebiet gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse als Vorlage für die Ausbildung von Parkwächtern und Feldführern in allen anderen von uns unterstützten kommunalen Schutzgebieten.
Praktische Umsetzung
Zu den kurzfristigen Ergebnissen dieses Projekts gehören die fortgesetzte Unterlassung der Jagd auf diese Art und der Abholzung im Gebiet El Toro sowie die Reduzierung oder Einstellung dieser Aktivitäten im privaten Naturschutzgebiet Pampa del Burro, in dem ebenfalls Populationen dieser Art und anderer schützenswerter Arten leben. Dies soll durch Durchsetzungsmassnahmen und Aufklärungsarbeit erreicht werden und dafür sorgen, dass die lokale Population von L. flavicauda hier weiter wächst, möglicherweise am einzigen Ort, an dem dies der Fall ist. Die Aufklärungs- und Bildungsarbeit geht auch über die Grenzen dieser Gebiete hinaus und erreicht Mitglieder der fünf lokalen Gemeinden in der Umgebung und darüber hinaus, was sich positiv auf die Art auf Landschaftsebene auswirken wird. Wie bei früheren Studien liefert die fortgesetzte und erweiterte Überwachung dieser und anderer Arten quantifizierbare Belege für unseren Erfolg im Naturschutz und ermöglicht die Wiederholung an anderen Standorten, ein Prozess, der durch unsere umfassenderen Projekte fortgesetzt wird.
Dank der Abschaffung der Jagd durch freiwillige Schutzvereinbarungen und der Verringerung der Entwaldung hat die lokale Population der Zielarten erheblich zugenommen. Wir haben 2008/2009, 2012/2013 und 2023/2024 Erhebungen an diesem Standort durchgeführt. Die Gruppendichte stieg von 9,3/km² in der ersten Untersuchung auf 14,5 bzw. 36,8/km² in den folgenden Untersuchungen. Diese Zunahmen sind auf die Geburt und das Überleben junger Tiere zurückzuführen und nicht auf Gruppen, die aufgrund von Lebensraumverlust in das Gebiet eingewandert sind, was die Anwendbarkeit und Wirksamkeit unserer gemeinschaftlichen Naturschutzbemühungen für diese Art belegt.
Das Konzept des gemeinschaftlichen Naturschutzes in Peru hat dazu geführt, dass viele andere Gemeinden aus verschiedenen Gründen, darunter auch der Schutz des Gelbschwanz-Wollaffen, Wälder auf ihrem Land als Schutzgebiete registriert haben. Viele von ihnen führen Massnahmen durch, die sich auf die gleichen Schlüsselbereiche konzentrieren: Reduzierung der Jagd und Schutz des Lebensraums durch Aufklärung und Bildung.

To protect the Yellow-tailed woolly monkeys, a safe space must be created for the species.

A signpost prohibiting hunting and logging.

This area is also an endemism hotspot.

To protect the Yellow-tailed woolly monkeys, a safe space must be created for the species.
