Schutz einer bedeutenden Population des südlichen Schwarzweissen Vari
Im Fokus:
Südlicher Schwarzweisser Vari
Wissenschaftlicher Name:
Varecia variegata editorum
Wissenschaftliche Einordnung:
Säuger, Primaten, Lemuridae
IUCN-Status:
EDGE-Status:
CR (kritisch bedroht)
Score 11.2, Rang 17 / 585 EDGE-Säugern
Bedrohte Evolutionsgeschichte:
0.9 Millionen Jahre
Schutzpriorität nach EDGE-Rang / Ökosystem




Warum dies wichtig ist
Ein Projekt von grösster Bedeutung! Durchgeführt in Madagaskar, einem der weltweit wichtigsten Hotspots für Biodiversität und Endemismus, konzentriert sich dieses Projekt auf den Schutz eines kritischen, bedrohten Restbestands an Küstenwald, um zwei der wichtigsten Schutzprioritäten unter Säugern zu fördern: den Schwarzweissen Vari, ein kritisch bedrohter Primat, der zu den Top 20 EDGE-Säugern gehört, sowie der zweitwichtigste EDGE-Säuger (das stark gefährdete Fingertier).
Der wunderschöne Schwarzweisse Vari, unser Logo-Tier, könnte nicht symbolträchtiger für unsere Mission und die Entwicklungen sein, die Madagaskars Wildnisgebiete (wie auch viele andere) betreffen. Grassierende Abholzung und Fragmentierung von Lebensräumen, die anhaltende Ausbreitung des Menschen und Überjagung haben die Gesamtzahl Schwarzweisser Vari in nur drei Lemurengenerationen (!) um 80 % reduziert und die verbleibende Population stark fragmentiert. Unzählige Teilpopulationen aller drei Unterarten wurden in den rapide schrumpfenden Waldgebieten im Osten Madagaskars ausgelöscht. Übrig geblieben sind nur weit verstreute, schwer zu schützende Reste dieser (und anderer) Arten, während die Zerstörung durch Jagd und Brandrodung weitergeht. Initiativen wie dieses dringend benötigte Gemeinschaftsprojekt wirken wie ein schwacher Funke der Hoffnung.
Projekt-Kurzinfo
Populationstrend der Zielart
Abnehmend
Lokale Schutzbemühungen
Gering
Verbreitung / Projektgebiet

Ökologische Rolle
Der Schwarzweisse Vari ist eine Schlüsselart, die in den verbliebenen Regenwäldern Madagaskars eine wichtige ökologische Rolle spielt. Da seine Nahrung hauptsächlich aus Früchten besteht (70 bis 85 %), verbreitet er durch seinen Kot Samen über grosse Waldgebiete. Dies trägt zur Regeneration des Waldes bei und verbessert die Pflanzenvielfalt. Diese Art fungiert auch als Bestäuber, wenn sie sich von Nektar ernährt, und beeinflusst so die Zusammensetzung und Gesundheit des Waldes.
Gefährdungen
Madagaskar hat zwischen 1972 und 2014 unglaubliche 44 % seiner natürlichen Waldfläche verloren, wobei die Fragmentierung seit 1953 zugenommen hat. Zu den am stärksten gefährdeten Ökosystemen zählen Küstenwälder wie Efatsy Manombo. Sie sind zahlreichen anthropogenen und natürlichen Bedrohungen ausgesetzt. Die meisten umliegenden Gemeinden liegen am Waldrand und sind für ihr Überleben stark auf die Ressourcen des Waldes angewiesen. Es wurden illegale Abholzung, die Ausbeutung sekundärer Waldressourcen, das Fangen von Lemuren und sogar die Anlage von Plantagen und die Produktion von Holzkohle beobachtet. Darüber hinaus stellen Faktoren wie absichtliche Brauchtumsfeuer oder Brandrodung für Weideland eine anhaltende und erhebliche Bedrohung dar. Die Fragmentierung der Wälder setzte mehreren stark bedrohten Lemurenarten zu, darunter dem südlichen Schwarzweissen Vari (Varecia variegata editorum, eine Unterart des Schwarzweissen Vari) und dem Aye-Aye (Daubentonia madagascariensis), einer weiteren im Efatsy Manombo-Wald heimischen Art.
Die grösste Bedrohung für das Überleben solcher Lemurenarten ist Habitatverlust durch Brandrodung, Abholzung und Bergbau. Da Schwarzweisse Varis gross und tagaktiv sind, gehören sie zu den am stärksten bejagten Lemurenarten und zu den ersten, die verschwinden, wenn Menschen in Regenwaldlebensräume vordringen. Je nach geografischer Region können zudem Klimawandel und Entwaldung die Varis zusammen oder unabhängig voneinander beeinträchtigen. Dadurch sind dass alle drei Unterarten des Schwarzweissen Vari betroffen. Die südlichste Unterart, Varecia variegata editorum, würde schon allein durch Entwaldung dezimiert, doch in Kombination mit dem Klimawandel könnten alle für sie geeigneten Lebensräume verlorengehen.
Förderung
Erste Vergabe:
GBP 9'423
1. Dezember 2025
Score 11.2, Rang 17 / 585 EDGE-Säugern
Programmverantwortung
GERP (Groupe d’Etude et de Recherche sur les Primates de Madagascar)
Programmkontakt
Rotsinomena Andriamisedra, M.Sc.
Projektort
Afrika, Madagaskar
Farafangana, Madagascar


Lösungsansatz: Projektziele
Durchführung systematischer Bestandserhebungen, um die Lemurenpopulation und deren Gefährdung zu verstehen.
Einrichtung eines Arboretums als lebendes Archiv einheimischer Arten, die als Nahrungsquelle und Zufluchtsort dienen, um ökologisches Wissen und Bildung zu fördern.
Entwicklung von Wiederaufforstungsprojekten unter weiblicher Leitung, um geschädigte Waldgebiete wiederherzustellen und fragmentierte Gebiete wieder miteinander zu verbinden.
Unser Ansatz zielt darauf ab, den Schutz der südlichen Unterart des Schwarzweissen Vari (Varecia variegata editorum) zu verstärken, indem wir ökologische Studien mit einer starken Einbindung der lokalen Bevölkerung kombinieren. Zu diesem Zweck werden wir Überwachungs- und ökologische Forschungsmassnahmen durchführen, um die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Verbreitung der Zielart, ihre Lebensraumnutzung und die wichtigsten Bedrohungen, denen sie ausgesetzt ist, zu verbessern. Diese Informationen dienen als Grundlage für evidenzbasierte Schutzstrategien.
Gleichzeitig werden wir ein Arboretum einrichten, um einheimische Baumarten zu erhalten und gleichzeitig als Bildungs- und Trainingsressource für Schulen, lokale Gemeinschaften und Interessengruppen zu dienen.
Schliesslich werden wir die von Frauen geleitete Wiederaufforstung fördern, um geschädigte Gebiete zu renaturieren und geeignete Lebensräume für Lemuren zu vergrössern, während wir gleichzeitig durch Agroforstwirtschaft und nachhaltige Ressourcennutzung Vorteile für die Menschen schaffen.
Durch die Kombination dieser Massnahmen wollen wir den Gefährdungsstatus des südlichen Schwarzweissen Vari verbessern (von kritisch bedroht auf stark gefährdet) und die Wirksamkeit der Schutzmassnahmen für den Wald erhöhen.
Praktische Umsetzung
Diese Massnahmen werden den Druck auf wichtige Lebensräume verringern, die Widerstandsfähigkeit des Ökosystems verbessern und den langfristigen Schutz des südlichen Schwarzweissen Vari unterstützen. Durch die Kombination von Waldaufforstung, traditionellem Wissen und der Stärkung der Rolle der Frauen fördert das Projekt die ökologische Erholung, stärkt das Verantwortungsbewusstsein der Gemeinden und fördert eine nachhaltige Entwicklung in der Region Efatsy Manombo.

This is the largest extant member of the family Lemuridae, on par with the red ruffed lemur, its cousin.

Females are socially dominant in this species. Their sharp teeth and claws can result in significant injuries of the opponent.

This is the largest extant member of the family Lemuridae, on par with the red ruffed lemur, its cousin.
