top of page

Grundlagen zum Schutz des ecuadorianischen Bergviscachas

Im Fokus:

Ecuadorianisches Bergviscacha

Wissenschaftlicher Name:

Lagidium ahuacense

Wissenschaftliche Einordnung:

Säuger, Nagetiere, Chinchillidae

IUCN-Status:

EDGE-Status:

DD (Daten ungenügend)

Nicht aufgeführt (datendefizient)

Bedrohte Evolutionsgeschichte:

Unbekannt

Schutzpriorität nach EDGE-Rang / Ökosystem

Grundlagen zum Schutz des ecuadorianischen Bergviscachas
Share Amphibians.JPG
Empty_area_EDGE_status.JPG

Warum dies wichtig ist

Ein Säugetier von beachtlicher Grösse, das erst 2005 entdeckt wurde. Bekannt nur von einem einzigen Berg, äusserst selten und zahlreichen Bedrohungen ausgesetzt. Um das ecuadorianische Bergviscacha vor dem Aussterben zu bewahren, müssen wir dringend die grossen Wissenslücken rund um diese Art schließen und die notwendigen wissenschaftlichen Grundlagen für ihren wirksamen Schutz schaffen.
Ausserdem gehört das ecuadorianische Bergviscacha als Nagetier zur grössten und artenreichsten Ordnung der Säugetiere auf der Erde, die über 2.400 (40 % bis 42 %) aller lebenden Säugetierarten umfasst. Doch obwohl darunter zahlreiche bedrohte Arten sind, spielen sie in den Artenschutzbemühungen eine viel zu untergeordnete Rolle. Höchste Zeit, dies zu ändern und sich für ein wertvolles Nagetier einzusetzen!

Projekt-Kurzinfo

Populationstrend der Zielart

Unbekannt

Lokale Schutzbemühungen

Gering

Verbreitung / Projektgebiet

Ökologische Rolle

Das ecuadorianische Bergviscacha ist eine kolonielebende, in Felsgebieten ansässige, grosswüchsige Chinchillaart, die ausschliesslich auf kleinen, isolierten metamorphen Felsvorsprüngen in den südlichen ecuadorianischen Anden vorkommt. Als strikter Lebensraumspezialist und Primärkonsument in montanen Buschlandschaften trägt sie zur Samenverbreitung und zur Vegetationsstruktur rund um felsige Rückzugsgebiete bei. Ihre auffälligen Gemeinschaftslatrinen und Lautäusserungen machen sie zu einer wichtigen Indikatorart für die Unversehrtheit des Lebensraums in im lokalen Felsgebiet.

Gefährdungen

Das ecuadorianische Bergviscacha ist aufgrund seines sehr kleinen bekannten Verbreitungsgebiets und der geringen Anzahl Kolonien und Individuen stark vom Aussterben bedroht. Die meisten Kolonien befinden sich ausserhalb offiziell geschützter Gebiete und umfassen jeweils nur eine Handvoll Individuen. Es gibt ausserdem mehrere andere bedeutende Bedrohungen für sein Überleben.
Waldbrände betrafen alle 16 bekannten Kolonien zwischen 2015 und 2020 mindestens einmal; mehrere Kolonien waren in nur fünf Jahren von 4 bis 9 Brandereignissen betroffen.
An 10 von 13 untersuchten Standorten kam es zu Überweidung und Zertrampeln der Felsvegetation durch Rinder. Freilaufende Hunde, die ein direktes Prädationsrisiko darstellen, wurden an 5 von 13 Standorten gesichtet.
Ein weiteres Hauptrisiko ist der Lebensraumverlust: Über 95 % der umliegenden Trocken- und Bergwälder sind durch die Ausdehnung der Landwirtschaft verloren gegangen.
Zudem ist der Standort, an dem 2005 ecuadorianische Bergviscachas entdeckt wurden – eines der grössten und wichtigsten Felsgebiete für diese Art –, von Infrastruktur- und Tourismusdruck betroffen, wobei die Anzahl der Individuen offenbar zurückgeht.
Derzeit ist diese Art in der nationalen Roten Liste Ecuadors als „kritisch bedroht“ aufgeführt (Tirira, 2021).

Förderung

Erste Vergabe:

$ 8950

8. Mai 2026

Nicht aufgeführt (datendefizient)

Programmverantwortung

Árbol co(n)razón, Basel (Sponsor), Pampas Cat Working Group, Piura, Perú

Programmkontakt

Luis Arturo Roman-Luzuriaga

Projektort

Südamerika, Ecuador

Macara, Ecuador

Lösungsansatz: Projektziele

Ziel dieses Projekts ist es, neue Kolonien des ecuadorianischen Bergviscachas zu entdecken und die Ökologie dieser Art zu erforschen, um eine Schutzstrategie zu entwickeln.

Wichtigste Ziele und Massnahmen:
(1) Erfassung der Verbreitung von Viscachas im Südwesten Ecuadors unter Verwendung von Modellen zur Lebensraumtauglichkeit und gezielten Latrinensuchen in mittels GIS identifizierten Felsgebieten.
(2) Ermittlung vorrangiger Schutzgebiete auf der Grundlage der Lebensraumnutzung.
(3) Überwachung von Aktivitätsmustern, Verhaltensweisen und ökologischen Interaktionen, insbesondere mit natürlichen Raubtieren, mithilfe von Kamerafallen an vier vorrangigen Kolonien mit Artenschutzverpflichtung
(4) Entwicklung einer gemeindeorientierten Strategie für den Schutz und die Erforschung des ecuadorianischen Bergviscachas

Praktische Umsetzung

Wir erwarten, dass dieses Projekt zu folgenden Ergebnissen führt:
- Erweiterung des bekannten Verbreitungsgebiets der Art (Entdeckung neuer Kolonien in bisher unerforschten Andengebieten im Südwesten Ecuadors), das derzeit auf 16 Standorte in 5 ecuadorianischen Gemeinden beschränkt ist.
- Ermöglichung einer IUCN-Einstufung: Daten aus Studien und Populationsschätzungen werden die formelle Einstufung in die Rote Liste der IUCN unterstützen (derzeit weltweit „Daten unzureichend“; national „kritisch bedroht“).
- Schutz des Lebensraums: Die Erstellung von Karten mit vorrangigen Felsgebieten wird als Grundlage für Vorschläge zur Ausweisung von Schutzgebieten und zur Entwicklung eines Aktionsplans zum Artenschutz dienen.
- Ermittlung wichtiger ökologischer Informationen zusätzlich zu den aktuellen Daten über Verhaltensinteraktionen (Vokalisation, Duftmarkierung, Fortpflanzung), Nahrungssuche und Raubtiere. Wir werden neue Erkenntnisse über die Naturgeschichte der Art gewinnen, einschliesslich Daten aus Kamerafallen zu kleinen Wildkatzen als Beutegreifern.

bottom of page