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Raubvogelförderung durch Förderung ihrer gefährdeten Beutetiere

Im Fokus:

Sakerfalke, Europäisches Ziesel, Östlicher Kaiseradler

Wissenschaftlicher Name:

Falco cherrug, Spermophilus citellus, Aquila heliaca

Wissenschaftliche Einordnung:

Vögel, Falconidae; Säuger, Sciuridae

IUCN-Status:

EDGE-Status:

EN (stark gefährdet); VU

Score 0.5, Rang 647 / 662 EDGE-Vögeln; Score 0.8, Rang 486 / 585 EDGE-Säugern

Bedrohte Evolutionsgeschichte:

Bis 1.9 Millionen Jahre

Schutzpriorität nach EDGE-Rang / Ökosystem

Raubvogelförderung durch Förderung ihrer gefährdeten Beutetiere
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Warum dies wichtig ist

Konflikte zwischen Mensch und Tier sind ein häufiges Problem im Naturschutz. Dieses clever konzipierte Projekt befasst sich mit zwei solchen Konflikten gleichzeitig, die ausschliesslich durch weltweit gefährdete Arten entstehen. Im Nordwesten Ungarns jagen Raubvögel auf Flughäfen Ziesel, die dort in viel zu hoher Dichte leben. Das macht sie zum Flugsicherheitsrisiko. Im Zámoly-Becken in Zentralungarn sind die Ziesel hingegen so selten, dass die Raubvögel stattdessen Haustauben und Europäische Hasen jagen, was zu Konflikten mit Züchtern und Jägern führt. Die Umsiedlung von Zieseln aus überbevölkerten in unterbevölkerte Gebiete in renaturierten Steppenlebensräumen entschärft beide Konflikte und stellt gleichzeitig die natürliche Nahrungskette zwischen Sakerfalken, Kaiseradlern und Zieseln wieder her.

Projekt-Kurzinfo

Populationstrend der Zielart

Abnehmend (Falke, Adler, Ziesel)

Lokale Schutzbemühungen

Moderat

Verbreitung / Projektgebiet

Ökologische Rolle

Das Europäische Ziesel ist eine wichtige Beute für Raubvögel wie den Sakerfalken und den Kaiseradler. Durch seine Grabaktivitäten verbessert es die Belüftung und Struktur des Bodens und trägt so zur Gesundheit des Lebensraums bei. Die Raubvögel regulieren die Beutepopulationen und tragen zur Aufrechterhaltung des ökologischen Gleichgewichts offener Graslandschaften bei. Alle drei Arten sind somit ein wesentlicher Bestandteil der Steppenökosysteme Ungarns.

Gefährdungen

Der Sakerfalke und der Kaiseradler sind weltweit bedrohte Steppenraubvögel, die auf der Roten Liste der IUCN als stark gefährdet (C1) und gefährdet (VU) aufgeführt sind. Ihre Hauptbeute in den eurasischen Steppen waren kleine grabende Säuger, die in Zentralasien noch immer 70–80 % ihrer Nahrung ausmachen, in Europa jedoch nur noch 20–30 %, was zu einem geringeren Bruterfolg führt. Im Karpatenbecken nahmen die Bestände ihrer früheren Hauptbeute, des Europäischen Ziesels, aufgrund der Umwandlung von Weideland in Ackerland ab. Heute macht es weniger als 1 % ihrer Nahrung aus und wird durch Haustauben und junge Europäische Hasen ersetzt, was zu Konflikten mit Züchtern und Jägern führt. Infolgedessen hält die illegale Verfolgung von Falken trotz rechtlicher und sensibilisierender Bemühungen an.

Förderung

Erste Vergabe:

EUR 8,301

1. Dezember 2025

Score 0.5, Rang 647 / 662 EDGE-Vögeln; Score 0.8, Rang 486 / 585 EDGE-Säugern

Programmverantwortung

Pro Vertés Public Foundation, Csákvár, Hungary

Programmkontakt

Miklós Váczi

Projektort

Europa

Zámoly, 8081 Hungary

Lösungsansatz: Projektziele

Umsiedlung europäischer Ziesel aus einem Gebiet mit Mensch-Tier-Konflikten in ihren früheren Lebensraum (verwaltet von der öffentlichen Stiftung Pro Vértes), in dem auch die beiden Raubvogel-Zielarten vorkommen. Dies soll sowohl das Flugsicherheitsrisiko mindern, das durch Raubvögel entsteht, die eine lokal übergrosse Zieselpopulation jagen, als auch in einem renaturierten Steppenlebensraum eine gesunde Population einer wichtigen Beuteart für Raubvögel wiederherstellen.

Siehe Zusammenfassung oben. Diese Massnahme wird einen wichtigen Verbindungskorridor zwischen zwei derzeit isolierten Restpopulationen des weltweit gefährdeten Europäischen Ziesels wiederherstellen.

Praktische Umsetzung

Wir erwarten eine Stabilisierung der Populationen der Zielvogelarten innerhalb des Lebensraums und einen verbesserten Bruterfolg aufgrund der erhöhten Verfügbarkeit natürlicher Beute. Gleichzeitig werden Konflikte mit lokalen Gemeinden abnehmen, da die beiden Raubvogelarten wieder ihre natürliche Beute fressen. Darüberhinaus wird durch die im Rahmen des Projekts geplante Wiederansiedlung eine zuvor ausgestorbene Population des Europäischen Ziesels wiederhergestellt. Sie bildete einst eine wichtige regionale Verbindung zwischen zwei isolierten Kolonien.

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