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Wissenschaft und gesellschaftliches Engagement für den Gavial

Im Fokus:

Gavial

Wissenschaftlicher Name:

Gavialis gangeticus

Wissenschaftliche Einordnung:

Reptilien, Krokodile, Gavialidae

IUCN-Status:

EDGE-Status:

CR (kritisch bedroht), CD

Rang 1 von 6 EDGE-gelisteten Krokodilen

Bedrohte Evolutionsgeschichte:

25 Millionen Jahre

Schutzpriorität nach EDGE-Rang / Ökosystem

Wissenschaft und gesellschaftliches Engagement für den Gavial
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Warum dies wichtig ist

Der Gavial braucht jede Hilfe, die er bekommen kann. Er steht bei den Krokodilen ganz oben auf der Prioritätenliste des Artenschutzes – eine einzigartige Art innerhalb einer alten, einzigartigen Taxongruppe mit nur 26 Vertretern.
Mit einer weltweiten Population von weniger als 1000 Individuen, die über stark fragmentierte Lebensräume in einem Dutzend Flusssysteme in Nepal, Indien und Bangladesch verstreut sind, steht dieses besonders aquatische, fischfressende Krokodil kurz vor dem Aussterben. In Pakistan, Myanmar und Bhutan bereits ausgestorben, fungierte dieser Fluss-Spitzenprädator früher als Schlüsselart, indem er Lebensräume an den Flussufern veränderte, Fische jagte und Jungtiere sowie Eier als Beute und Nährstoffe in das Nahrungsnetz einbrachte.
Die Projektmittel werden uns helfen, die Populationsgrösse, -struktur und Fortpflanzungsökologie der Gaviale in einem ihrer verbleibenden Schlüsselhabitate zu verstehen, und sie werden das Bewusstsein und das Engagement der lokalen Bevölkerung für den Schutz dieser äusserst seltenen Art fördern.

Projekt-Kurzinfo

Populationstrend der Zielart

Ansteigend von sehr tiefen Beständen aus

Lokale Schutzbemühungen

Gering

Verbreitung / Projektgebiet

Ökologische Rolle

Gaviale gelten als „Indikatorart“ für den Zustand der Süsswasserökosysteme in ihrem Verbreitungsgebiet. Sie sind zudem eine „Schirmart“, da ihr Schutz dazu beiträgt, zahlreiche andere gefährdete Arten wie das Indische Krokodil, den Süsswasserdelfin, den Glattfellotter usw. zu erhalten, was weitreichende Vorteile für das gesamte Süsswasserökosystem mit sich bringt. Darüber hinaus können Gaviale als hauptsächlich fischfressende Spitzenprädatoren dazu beitragen, gesunde Fischpopulationen zu erhalten.

Gefährdungen

Die Gavialpopulation erlitt weltweit einen drastischen Rückgang von über 80 % sowohl im Verlgeich zur historischen Bestandsgrösse (von >20.000 auf 650) als auch hinsichtlich des Verbreitungsgebiets (von >40.000 auf 5.000 km²) (Lang et al. 2019). Die Gavialpopulation im Flusssystem Babai-Karnali ist eine von nur zwei noch in Nepal. Im und um den Bardiya-Nationalpark (BNP) sind Gaviale Bedrohungen wie dem Bau von Dämmen und Stauanlagen, Sandabbau, Geröllabbau, illegalem Fischfang und dem Tod in Fischernetzen ausgesetzt (Bashyal et al. 2021). In jüngerer Zeit kamen auch Flussverbindungen als Bedrohungen hinzu, darunter die Umleitung von Wasser aus dem Kaltwassersystem des Flusses Bheri in den Warmwasserfluss Babai, sowie der Klimawandel (der sich auf die temperaturabhängigen Mechanismen der Geschlechts-Festlegung beim Gavial auswirken könnte). Leider ist der Schutz der Gaviale im BNP angesichts dieser dringenden Bedrohungen durch mangelnde wissenschaftliche Kenntnisse zu ihrer Population und fehlendes Bewusstsein in den lokalen Gemeinschaften beeinträchtigt.

Förderung

Erste Vergabe:

EUR 7'230

1. Februar 2026

Rang 1 von 6 EDGE-gelisteten Krokodilen

Programmverantwortung

Biodiversity Conservancy Nepal

Programmkontakt

Ashish Bashyal

Projektort

Südasien

Bardia-Nationalpark, Nepal

Lösungsansatz: Projektziele

Unser Ziel ist es, einen wesentlichen Beitrag zum langfristigen Schutz der Gaviale im und um den Bardiya-Nationalpark zu leisten, indem wir neue und relevante Erkenntnisse über verschiedene ökologische Merkmale ihrer Populationen gewinnen und die Kapazitäten der lokalen Bevölkerung für den Schutz der Gaviale stärken.

Zu den wichtigsten Zielen gehören die Bestandserhebung der Gaviale in den Flüssen Babai und Karnali, die Erforschung der Fortpflanzungsökologie der Gaviale sowie die Förderung des gemeinschaftlichen Engagements für den Schutz der Gaviale und ihrer Lebensräume an den Flüssen.
a. Bestandserhebung: Wir werden den aktuellen Status der wildlebenden und aus Aufzucht freigelassenen Gaviale in den Flüssen Babai und Karnali ermitteln, indem wir ihre Populationsgrösse, Struktur, das Geschlechterverhältnis und die Überlebensraten schätzen.
b. Fortpflanzungsökologie: Wir werden die Fortpflanzungsökologie der Gaviale untersuchen, indem wir den Status ihrer Paarungsaktivität, Nestbau, Reproduktion und Nachzucht bewerten.
c. Kapazitätsaufbau in den Gemeinden: Wir werden das Engagement der Gemeinden für den Schutz der Gaviale und ihrer Lebensräume durch die Durchführung von Citizen-Science-Programmen fördern.

Praktische Umsetzung

Der Schutz der Gaviale im BNP wird durch einen Mangel an Informationen über verschiedene ökologische Merkmale ihrer Population behindert. Die im Rahmen dieses Projekts gewonnenen Erkenntnisse werden entscheidend sein, um die Lebensfähigkeit der Gavialpopulationen zu bewerten, die Überlebensraten von aus der Aufzucht freigelassenen Gavialen abzuschätzen, wichtige Sonnen- und Nistplätze zu identifizieren, Bedrohungen zu ermitteln und die räumliche Verteilung der Gaviale zu verstehen. Ebenso sollen Aufklärungs- und Schulungsmassnahmen das Bewusstsein für den Schutz der Gaviale in den lokalen Gemeinden schärfen. Dies wird hilfreich sein, um bei Bedarf Schutzmassnahmen zu ergreifen, z. B. die Verstärkung der Populationen durch Freilassung in Gefangenschaft aufgezogener Gaviale, die Gewährleistung des Schutzes optimaler Lebensräume, die Einbindung von Programmen zur Anpassung an den Klimawandel für den Gavialschutz sowie die Durchführung regelmässiger Patrouillen zur Eindämmung illegaler Aktivitäten, einschliesslich des Fischfangs. All diese gemeinsamen Massnahmen werden sicherstellen, dass gesunde und geschützte Gavialpopulationen in Nepal langfristig gedeihen.

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