Erste Schritte zum Schutz des Sunda-Gavials
Im Fokus:
Sunda- (or falscher) Gavial
Wissenschaftlicher Name:
Tomistoma schlegelii
Wissenschaftliche Einordnung:
Reptilien, Crocodylidae
IUCN-Status:
EDGE-Status:
EN (stark gefährdet)
Score 25, Rang 3 / 6 EDGE Krokodilen
Bedrohte Evolutionsgeschichte:
25 Millionen Jahre
Schutzpriorität nach EDGE-Rang / Ökosystem




Warum dies wichtig ist
Der Sunda-Gavial ist eine sehr alte, höchst ungewöhnliche und mit weniger als 2400 Exemplaren sehr seltene und stark gefährdete Art. Aufgrund seiner versteckten, nachtaktiven Lebensweise in den bewaldeten Binnenfeuchtgebieten Südostasiens ist er auch eine der am wenigsten erforschten Krokodilarten. Selbst grundlegende Kenntnisse fehlen. Um diese Art wirksam schützen zu können, müssen wir sie viel besser verstehen. Diese Pionierstudie untersucht die Bewegungsmuster und die Grösse der Aktionsräume des Sunda-Gavials in seiner letzten Hochburg auf Sumatra – einem artenreichen Lebensraum mit den letzten Resten von Primär-Moorwald und Torfsümpfen in ganz Südostasien. Kurz gesagt, ein Paradebeispiel für Artenschutz mit hoher Priorität!
Projekt-Kurzinfo
Populationstrend der Zielart
Abnehmend
Lokale Schutzbemühungen
Gering
Verbreitung / Projektgebiet

Ökologische Rolle
Zwar sind die Daten noch begrenzt, doch spielt der Sunda-Gavial offenbar mehrere ökologische Rollen – als Spitzen-Beutegreifer, als Beute in verschiedenen Entwicklungsstadien und als Nährstofftransporter. Sein Score für funktionelle Besonderheit (FUD) liegt bei 41,26, was auf eine Kombination ungewöhnlicher oder einzigartiger Eigenschaften hinweist, die ihn ökologisch wohl unersetzbar machen. Dieser Wert ist der zweithöchste unter den Krokodilen und wird nur vom Indischen Gavial (Gavialis gangeticus) übertroffen.
Gefährdungen
Der Sunda-Gavial ist in seinem gesamten Verbreitungsgebiet komplexen, miteinander verknüpften Bedrohungen ausgesetzt. Habitatverlust und -fragmentierung durch Moor-Trockenlegung, Ausbau von Ölpalmenplantagen, Abholzung und Brände führten zu einem drastischen Verlust geeigneter Feuchtgebiete. Mit zunehmender Besiedlung nehmen Konflikte zwischen Menschen und Krokodilen zu, was oft zu Rachetötungen führt. Zumindest auf Sumatra scheint Gelegefrass durch eingeführte Wildschweine (Sus scrofa) eine erhebliche Bedrohung darzustellen. Nicht nachhaltige Fischerei, Geisternetze und Beifang erhöhen den Druck zusätzlich, doch ihre Auswirkungen sind noch kaum verstanden. Ungenügende Strafverfolgung und das Fehlen eines Langzeit-Monitorings erschweren unser Verständnis für Trends und die Wirksamkeit von Schutzmassnahmen. Der Klimawandel stört die für die Brut und die Beute wichtigen hydrologischen Verhältnisse zusätzlich. Trotz dieser zunehmenden Belastungen bleiben die Schutzmassnahmen ungenügend, lückenhaft und abhängig von wenigen engagierten Einzelnen und Freiwilligenteams mit begrenzten Ressourcen. Das Fehlen einer nachhaltige Koordination führt zu grossen Wissens- und Handlungslücken, die sowohl die Erholung der Art als auch die Integrität von Torfmoor-Ökosystemen wie dem Berbak-Nationalpark gefährden.
Förderung
Erste Vergabe:
GBP 5,000
1. Dezember 2025
Score 25, Rang 3 / 6 EDGE Krokodilen
Programmverantwortung
KONKLUSI - Kolaborasi Inklusi Konservasi (Yayasan)
Programmkontakt
Herdhanu Jayanto
Projektort
Südostasien, Indonesien
Balai Taman Nasional Berbak Sembilang, Jl. Yos Sudarso No.28b, Sejinjang, Kec. Jambi Tim., Kota Jambi, Jambi 36262, Indonesia


Lösungsansatz: Projektziele
Unser Ziel ist es, den Schutz des Sunda-Gavials durch die Förderung von Grassroots-Initiativen voranzutreiben, die sich einer gemeinsamen Aufgabe widmen. Wir wollen standardisierte Bewertungen für die Wirkung von Schutzmassnahmen und die Erholung der Populationen einführen, um 10- bis 100-Jahres-Pläne zu erstellen und praktische Überwachungsinstrumente für Nicht-Fachleute zu entwickeln.
Das Projekt soll ein Green Status Assessemtn und einen Leitfaden zur Bestandsüberwachung des Sunda-Gavials für Nichtfachleute erstellen, die von den indonesischen Behörden und der IUCN SSC offiziell anerkannt werden sollen. Sie bilden die Grundlage für die Einrichtung einer Grassroots Tomistoma Task Force und die Entwicklung eines nationalen Aktionsplans zum Schutz des Sunda-Gavials. Zu den wichtigsten Massnahmen im Rahmen des Projekts gehören:
(1) Bis Ende 2026 wird das Green Status Assessment abgeschlossen und der IUCN SIS vorgelegt.
(2) Im Berbak-Sembilang-Nationalpark werden robuste und kostengünstige Methoden zur Bestands- und Erfolgsbewertung getestet.
(3) Die Überwachungsrichtlinie wird bis Anfang 2027 fertiggestellt und validiert, woraufhin
(4) bis Mitte 2027 ein Soft Launch und eine Veranstaltung zur Einbindung der Interessengruppen stattfinden werden, um die Anerkennung, Akzeptanz und eine breitere Zusammenarbeit zu fördern.
Praktische Umsetzung
Zwar dürfte das Projekt innerhalb seines kurzen Zeitrahmens nicht zu einer sofortigen Bestandeserholung führen, doch sollte es systemische Verbesserungen für die langfristige Erholung der Art erlauben. Das Green Status Assessment wird klare Ausgangswerte definieren, die Abhängigkeit von Schutzmassnahmen messen und realistische, aber ehrgeizige Wege zur Bestandeserholung im gesamten natürlichen Verbreitungsgebiet aufzeigen. Zusammen mit robusten Überwachungsrichtlinien wird es Massnahmen in Schutzgebieten und sonstige wirksame Schutzmassnahmen (OECMs) steuern. Es wird dabei sicherstellen, dass laufende Schutzmassnahmen weiterlaufen und verbessert werden, damit sich eine natürliche Erholung etablieren kann. Durch die Förderung koordinierter Grassroots-Initiativen unter gemeinsamer Leitung wird das Projekt die Zusammenarbeit auf lokaler bis globaler Ebene stärken, um eine Erholung der Bestände zu fördern. Zusammen werden diese Beiträge messbare Fortschritte in Richtung einer stabilen und nachhaltigen Zukunft für die Art ermöglichen.

An aerial view of the extremely remote resarch camp deep inside a peat swamp.

It takes the team members 10-48 hours to reach the resarch camp by boat. Real conservation heroes!

Capturing a 20-foot Sunda gharial is a challenge. But how else could you attach a GPS tracker?

An aerial view of the extremely remote resarch camp deep inside a peat swamp.
