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Schutz der Graupapageien im Mpem & Djim Nationalpark

Im Fokus:

Graupapagei

Wissenschaftlicher Name:

Psittacus erithacus

Wissenschaftliche Einordnung:

Vögel, Psittaciformes, Psittacidae

IUCN-Status:

EDGE-Status:

EN (stark gefährdet)

Score 5.2, Rang 92 / 662 EDGE-Vögeln

Bedrohte Evolutionsgeschichte:

9.6 Millionen Jahre

Schutzpriorität nach EDGE-Rang / Ökosystem

Schutz der Graupapageien im Mpem & Djim Nationalpark
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Warum dies wichtig ist

Dieses Projekt soll einen rapide schwindenden Samenverbreiter der westafrikanischen Wälder und Savannen durch innovative akustische Ortung schützen. Über sein natürliches Verhalten und seine Aktivitäten ist nur wenig bekannt, zum Teil weil diese scheuen Vögel in freier Wildbahn nur sehr schwer zu beobachten sind. Ausserdem gibt es kaum Forschungsgelder, um dies zu ändern. Der Graupapagei ist zwar einer der beliebtesten Ziervögel in Europa, den USA, dem Nahen Osten und mittlerweile auch in China. Aber Heimtierfans zerstören oft, was sie lieben. Zwischen 1994 und 2003 wurden auf dem internationalen Markt mehr als 359.000 Graupapageien gehandelt. Jedes Jahr wurden etwa 21 % der Wildpopulation gefangen (!), was den Menschen zur mit Abstand grössten Bedrohung für diese Art macht. Etwa zwei von drei gefangenen Graupapageien sterben, bevor sie überhaupt auf den Markt gelangen.
Da sich die Art an traditionellen Minerallecken, Nist-, Schlaf- und Trinkplätzen sammelt, ist sie besonders anfällig für den Druck durch Fallenstellerei. Sie wird auch wegen ihres Fleisches und ihrer Körperteile gejagt, die in traditionellen „Medikamenten” verwendet werden. Hinzu kommt Lebensraumverlust durch Abholzung und Störungen. Der Verlust grosser Bäume mit Nisthöhlen kann besonders schädlich sein.
Höchste Zeit, etwas gegen die Überjagung zu unternehmen, die selbst in Schutzgebieten weitergeht!

Projekt-Kurzinfo

Populationstrend der Zielart

Abnehmend

Lokale Schutzbemühungen

Gering

Verbreitung / Projektgebiet

Ökologische Rolle

Der Graupapagei ist ein wichtiger Konsument und Verbreiter von Samen. Er spielt eine Rolle bei der Wald-Regeneration und der Erhaltung der Pflanzenvielfalt, da er durch die Verbreitung von Samen über grosse Entfernungen die Waldsukzession und -stabilität fördert. Diese Art ist ein Indikator für den allgemeinen Gesundheitszustand und die Reife eines Waldgebiets. Sie wird oft als wichtige Schlüssel- und Leitart für die Erhaltung der Integrität des Ökosystems betrachtet.

Gefährdungen

Graupapageien sind im Mpem & Djim Nationalpark zahlreichen Bedrohungen ausgesetzt. Der Verlust ihres Lebensraums durch illegale Abholzung, Landwirtschaft, Landgewinnung und Beweidung durch Vieh reduziert ihre Nist- und Futtermöglichkeiten. Wilderei und Fallenstellen für den Tierhandel dezimieren die lokale Population erheblich. Weidewirtschaft und Viehhaltung können die Nistwälder erheblich schädigen und die Waldlebensräume zusätzlich stören. Das Abbrennen des Buschwerks, das in der Regel mit der Rodung von Land einhergeht, zerstört Fruchtbäume und Nisthöhlen. Die Fragmentierung des Waldes isoliert einzelne Populationen und erhöht so ihre Gefährdung. Illegale Holzgewinnung beseitigt Baumarten, die für Papageien wertvoll sind, während eine mangelhafte Rechtsdurchsetzung und ein begrenztes öffentliches Bewusstsein den Schutz der Art zusätzlich gefährden. Diese kumulativen Belastungen bedrohen den Graupapagei und die ökologische Integrität des tropischen Ökosystems von Mpem & Djim.

Förderung

Erste Vergabe:

GBP 3'500

1. Dezember 2025

Score 5.2, Rang 92 / 662 EDGE-Vögeln

Programmverantwortung

Christian Tchana (La Rochelle), Martim Melo (Cibio), HERP Cameroon

Programmkontakt

Dr. Alain Simeu Noutchom

Projektort

Westafrika, Kamerun

Mpem et Djim Protected area, Cameroon

Lösungsansatz: Projektziele

Die Populationen der Graupapageien bewerten, kritische Lebensräume kartieren, Bedrohungen durch Aufklärungskampagnen für lokale Gemeinschaften reduzieren und lokale Kapazitäten und Chancen aufbauen.

Bewertung der Papageienpopulationen durch autonome Aufzeichnungseinheiten (SwiftOne).
Kartierung kritischer Lebensräume anhand geo-referenzierter akustischer Daten.
Reduzierung von Gefährdungen durch Sensibilisierungskampagnen für die lokale Bevölkerung.
Aufbau lokaler Kapazitäten und Chancen durch Workshops.

Praktische Umsetzung

Dieses Projekt will einen echten Fortschritt beim Schutz des Graupapageis erzielen, indem es durch passive akustische Überwachung zuverlässige Daten über seine Population und seinen Lebensraum sammelt. Die von uns erstellten Karten zeigen wichtige Nist- und Futterplätze auf und erlauben so die Fokussierung unserer Massnahmen zum Schutz und zur Habitatgestaltung im Park. Durch die Sensibilisierung der Bevölkerung und die Einbindung der Menschen können wir Bedrohungen wie Buschbrände, Abholzung und Wilderei bekämpfen. Zudem wird die Ausbildung lokaler Mitarbeitern und junger Forscher genügende Kapazitäten für eine kontinuierliche Überwachung sichern. Letztlich wird dieses Projekt sowohl die wissenschaftlich fundierten als auch die von der Bevölkerung getragenen Bemühungen zum Schutz dieser faszinierenden Spezies stärken.

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